Heuschreckenschutz

Die zwei entscheidenden Maßnahmen zum Schutz unserer Heuschrecken sind der Erhalt ihrer Lebensräume (Biotope) und der Verzicht auf Gifte. Geeignete naturnahe Habitate müssen sich aber keineswegs weit weg in der "freien Natur" befinden, es gibt sie für viele Arten auch in unserer Nähe und selbst im eigenen Garten, wenn man der Natur "nicht ins Handwerk pfuscht".

Eine Wildblumenwiese ist nicht nur etwas fürs Auge des Naturfreunds, der die "wilde" Ordnung der Natur der künstlichen Ordnung des Menschen vorzieht; sie ist vor allem ein wertvolles Biotop, welches unzähligen Arten vom Frühjahr bis zum Spätsommmer Nahrung und Nistplätze bietet: Lassen sich im Frühjahr vor allem Solitärbienen und Hummeln, Käfer, Schmetterlinge und Lurche beobachten, so machen sich im Sommer die Heuschrecken durch ihre Gesänge bemerkbar.
  Heuschrecken-Biotop

Wie viele artenreiche Tiergruppen haben auch die Heuschrecken unterschiedliche Habitat-Ansprüche: Einige "Allerwelts"-Arten, die Wissenschaftlicher als euryök bezeichnen, kommen mit vielen Biotopen zurecht; sie können daher leicht auf solchen Flächen (auch in Gärten) überleben, die der Mensch nicht vernichtet, und sind daher auch dem Laien bekannt – etwa der Gemeine Grashüpfer (Chorthippeus parallelus). Viele andere, nämlich die stenöken Arten, sind auf bestimmte Biotop-Typen spezialisiert bzw. an sie gebunden; die Zerstörung eines solchen Biotops bedeutet die lokale Ausrottung einer solchen Art.
Vor allem diese gefährdeten Biotope gilt es daher zu bewahren – nicht nur für Heuschrecken:

Neben dem praktischen Heuschreckenschutz, um den sich Privatleute, Naturschutzverbände und ökologisch orientierte Landwirte bemühen, gibt es auch einen gesetzlichen: die Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV), die in Konkretisierung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) einige der bedrohtesten Arten auflistet. Ausgerechnet diese Vorschrift aber bewirkt in der Praxis überhaupt nichts, da sie lediglich das gezielte Verfolgen, Fangen und Töten der genannten Arten verbietet und unter Strafe stellt. Dem Überleben dieser und anderer Arten dient dies leider nicht:


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