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Nachrichten

Wem der Erhalt unserer Natur am Herzen liegt, der interessiert sich meist auch für die heimische Vogelwelt: Vögel sind viel sichtbarer als heimlich lebende Amphibien, Reptilien und Säugetiere, und sie erfreuen uns durch ihre Schönheit und ihren Gesang. Um allerdings auch die selteneren Arten sicher bestimmen zu können, benötigt man ein Bestimmungsbuch und ein gutes Fernglas.

Langzeitstudie: Rattensterben duch genmanipulierten Mais   (19.09.2012)

Das Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology veröffentlicht die alamierenden Ergebisse einer französischen Langzeitstudie der Universität Caen: Dort hatte eine Expertengruppe für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Nahrungsmitteln zwei Jahre lang 200 Ratten in drei Vergleichgruppen beobachtet, deren Futter elf Prozent Mais enthielt: Eine Gruppe erhielt eine unbehandelte Charge der von Monsanto vertriebenen Maissorte NK603; eine zweite fraß dieselbe Maissorte, die gegen das Pestizid Roundup resistent ist und mit diesem auch behandelt worden war; die dritte Gruppe bekam herkömmlichen, ebenfalls mit Roundup behandelten Mais. Nach 17 Monaten gab es unter den mit "Genmais" gefütterten Ratten deutlich mehr Tote als in der Vergleichsgruppe: Die meisten Weibchen (70% zu 20%) waren an Brustkrebs erkrankt, die Männchen (50% zu 30%) oft an Haut- oder Nierentumoren. Zweifel wurden in London und Adelaide (Australien) laut, das schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) will die Studie prüfen und bewerten. Die EU-Kommission hat die European Food Safety Authority (EFSA) beauftragt, die Ergebnisse der neuen Studie zu prüfen. Sehr überzeugend ist die Studie angesichts der geringen Datenlage ind der Tat nicht ...


Kleinster Frosch der Welt in Papua-Neuguinea entdeckt   12.1.2012

Wissenschaftler haben in Papua-Neuguinea die bislang kleinste Wirbeltierart der Welt entdeckt: Das Online-Journal "PloS ONE" berichtet, der Mini-Frosch mit dem wissenschaftlichen Namen Paedophryne amauensis (in Anlehnung an das Dorf Amau, wo er erstmals gefunden wurde) werde nur sieben bis acht Millimeter lang; der dunkelbraune Lurch habe kaum ausgeprägte Zehen und relativ große Augen, er sei vor allem morgens und abends aktiv und stoße schrille Töne aus, immer unterbrochen durch ein- bis dreiminütige Pausen, in denen die kleinen Frösche für die nächste Gesangsrunde neue Kräfte sammele. Durch die Rufe seien die Tiere auch entdeckt worden, die hohe Tonlage habe die Lokalisierung allerdings erschwert. Einer der Autoren, Christopher Austin, berichtet, die Sprungweite der Frösche sei 30mal größer als ihre Körperlänge.
    Die geringe Körpergröße wird als Anpassung an ihre bevorzugte Nahrung, etwa Milben, interpretiert, die von größeren Beutegreifern ignoriert werde. Aufgrund seiner Kleinheit hat der Frosch eine im Verhältnis zu seinem Volumen große Oberfläche; Wasserverlust sei daher für ihn eine große Gefahr. Die Wissenschaftler sehen darin den Grund für seinen Lebensraum, den Tropenwald, wo die Art im feuchten Blattwerk am Boden lebe. Kleine Froscharten haben sich weltweit unabhängig voneinander 11mal entwickelt. Die Biologen können anhand solcher Funde die funktionalen Probleme extremer (sehr kleiner oder großer) Körpermaße studieren. Neben Paedophryne amauensis wurde in Papua-Neuguinea eine weitere kleine Art gefunden: Paedophryne swiftorum mit einer Körperlänge von ca. 8,6 mm.
Quellen: a) Christine Dell'Amore in: National Geographic News, January 11, 2012; b) Rittmeyer, E.N. & A. Allison, M.C. Gründler, D.K. Thompson, C.C. Austin (2012): "Ecological Guild Evolution and the Discovery of the World's Smallest Vertebrate". PLoS ONE 7(1).
    Bereits 2010 hatten andere Forscher die nach damaligem Stand kleinsten Frösche der Welt vorgestellt: Auch diese leben in Papua-Neuguinea und gehören wie der zuletzt gefundene Frosch zur Gattung Paedophryne, sie sind zwischen 8,5 und 9,3 Millimeter lang (im Durchschnitt 7,7 mm) und heißen wissenschaftlich Paedophryne dekot und Paedophryne verrucosa.
Quelle: Kraus, Fred (2010): "New genus of diminutive microhylid frogs from Papua New Guinea" in: ZooKeys 48 (2010): 39–59.


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