Gebäudefallen

Daß Vögel in ungesicherte Schornsteinöffnungen fallen und im Kamin landen können, ist allgemein bekannt – entsprechende Vorsorge wird meist getroffen. Doch bieten Gebäude noch andere Gefahrenquellen:

Dach- und Maueröffnungen:

Immer wieder findet man auf Dachböden oder in Wintergärten tote, verhungerte Vögel: Neugierige Meisen z. B. gelangen auch durch kleine Öffnungen ins Innere; anders als Fledermäuse, die sich im Dunkeln durch Ultraschall orientieren, streben sie zum hellsten Punkt, finden aber an den Fenstern keinen Ausweg und verhungern oder verdursten.
Besonders betroffen auf Dachböden können Mauersegler sein: Sie suchen vor allem am Mauerwerk unter dem Dachvorsprung nach Nisthöhlen. Wenn diese nach innen offen ist, gelangen sie schnell auf den Dachboden, kommen aber durch die helle Dachluke nicht wieder heraus. Dabei haben gerade Segler das Problem, daß sie schlecht vom flachen Boden auffliegen können: Mangels Flugraum gelingen ihnen nur wenige Flügelschläge, bis sie wieder auf den Boden fallen; engräumiges Manövrieren und Suchen ist den schnittigen Vögeln nicht möglich.

Das Problem sollte nun nicht dadurch gelöst werden, daß der Dachboden dichtgemacht und somit auch für Fledermäuse gesperrt wird: Im Interesse des Artenschutzes ist es im Gegenteil notwendig, Lüftungsziegel zu öffnen oder spezielle Fledermaus-Dachziegel einzusetzen. Auch größere Öffnungen im Mauerwerk, die viel Licht hereinlassen, brauchen nicht zugemauert zu werden: Ein Gitter oder Maschendraht, das im oberen Bereich der Öffnung einen 4–6 cm hohen Spalt frei läßt, hat gleich mehrere Vorteile:

Andere (Lüftungs-) Öffnungen aber, die Vögel zum Hineinschlüpfen verleiten könnten, müssen innen mit einem Gitter gesichert sein, und Höhlungen, die zufällig im oder hinter dem Mauerwerk existieren oder speziell für Nistzwecke eingerichtet wurden, dürfen nur nach außen offen sein!

Fallrohre

"Spinne"

Ein weiteres meist unbeachtetes Problem stellen die Regenfallrohre an den Hauswänden dar: Ein dem Autor bekannter Hausbesitzer hatte aufgrund des Laubreichtums der Umgegend sein Heim mit besonders breiten (150mm) Dachrinnen und 100-mm-Fallrohren ausgestattet. Die Öffnungen in der Dachrinne (= Rinnenabgänge bzw. Rinnenstutzen) waren nur mit einem einfachen Kreuzsieb gegen Verstopfung gesichert. Eines Tages fand er bei einer Kontrolle im Auffangkorb eines Regenablaufes (= Senkkasten im Erdreich) sieben verendete Meisen, die das Fallrohr heruntergefallen waren.

Auf der Suche nach Insekten waren sie offenbar von der Öffnung in der Regenrinne angelockt worden und in das Fallrohr abgestürzt. Da dessen Ablaufkasten als einziger über eine Geruchssperre verfügt, wurden die Vögel auch nicht durch Gerüche und Geräusche des Kanals abgeschreckt

Die Lösung dieses Problems ist ein spezielles Laubfanggitter (s. Abb.). Diese "Spinne" ist für nur ein paar Mark zu erwerben und ragt weit aus der gefährlichen Öffnung heraus, in der sie durch zwei waagerechte "Flügel" gehalten wird. Lagert sich Laub an, so steigt der Wasserspiegel in der Rinne, das Laub treibt nach oben und das Wasser kann wieder abfließen. Positiver "Nebeneffekt": Diese Sicherung verhindert zuverlässig ein Hineinfallen unvorsichtiger Vögel. Eine weitere Altenative stellt ein Kunststoffgitter dar, das die gesamte Dachrinne abdeckt und so das Hineinschwemmen des Laubs verhindert; solche Gitter werden nicht nur im Baustoffhandel, sondern im Herbst oft auch als Saisonartikel in Supermärkten angeboten.



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