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Kuckucke – Cuculiformes > Cuculidae
Artenportraits:   Cuculidae ·  Kuckuck

Die Kuckucksvögel bilden eine eigene Ordnung, Cuculiformes, mit einer einzigen Familie, den Cuculidae. In sechs Unterfamilien wurden weltweit 28 Gattungen mit fast 140 Arten beschrieben. Mindestens 50 Arten sind echte Brutschmarotzer, also im biologischen Sinne Kuckucke: Tierarten, die ihre Nachkommen nicht selbst versorgen (unterbringen, ausbrüten, aufziehen, füttern), sondern spezifische Wirtsarten für diese Aufgaben einspannen. Sehr stark verbreitet ist dieses Verhalten unter Insekten, etwa Wildbienen, deutlich weniger in der Vogelwelt. In Europa sind nur zwei Kuckucksvögel bekannt: der "klassische" Kuckuck (Cuculus canorus) und der in Südwest- und Südeuropa bis in den Westiran verbreitete Häherkuckuck (Clamator glandarius).

Ordnung:    Cuculiformes Wagler 1830 – Kuckucksvögel
    Familien:        Cuculidae Vigors 1825 – Kuckucke
        Gattung:            Cuculus Linnaeus 1758 – Kuckucke
            Arten:                 Cuculus canorus Linnaeus 1758 – (Europäischer) Kuckuck Kuckuck
                Cuculus saturatus Blyth 1843 – Hopfkuckuck (Ostasien)
        Gattung:            Clamator Kaup 1829 – Schopfkuckucke
            Arten:                 Clamator glandarius (Linnaeus 1758) – Häherkuckuck
                etc.

Seit Jahrhunderten rätseln Menschen, warum der Vogelkuckuck seine Eier nicht selbst ausbrütet und aufzieht, sondern andere und im Vergleich recht kleine Vogelarten damit belastet. Charles Darwin erklärte 1859 in seinem berühmten Hauptwerk (On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or The Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life) das Verhalten des Kuckucks erstmals als Ergebnis seiner Evolution, also durch die Vorteile des Brutparasitismus. Tatsächlich sind einige Erklärungen plausibel:

Kuckuck (Cuculus canorus), M.
Kuckuck (Cuculus canorus) und Ringeltaube (Columba palumbus) · NSG in Düsseldorf, 16.5.2023

Daß die – für die heimsche Vogelwelt ganz ungewöhnliche – Fortpflanzungsbiologie des Kuckucks den Menschen seit langem bekannt ist, zeigen auch einige Metaphern unserer Sprache: Ein Kuckucksei, das jemandem untergeschoben wird, hat eine ähnliche Bedeutung wie das ebenso bekannte Trojanische Pferd, und als Kuckuckskinder wird Nachwuchs bezeichnet, dessen Väter nicht die offiziellen sind. Eine Kuckucksmarke im Marketing-Sprachgebrauch ist eine Marke, die eine falsche Identität bzw. Herkunft vortäuscht, weil diese eine positive, verkaufsfördernde Anmutung hat. Kuckuck ist auch ein Synonym für Teufel geworden: ein Wort, das auszusprechen man sich offenbar scheute; so entstanden Sprichwörter wie: Dich soll der Kuckuck holen, Scher dich zum Kuckuck!, Weiß der Kuckuck!, Zum Kuckuck noch einmal! etc.
    Unseren Kuckuck bekommen zwar heute immer weniger Menschen zu Gesicht, sein Ruf ist aber allen vertraut und so unverwechselbar, daß er ohne Vorerfahrung (und auch ohne Kuckucksuhr) sofort als Kuckucksruf erkannt wird. Kinder, die zu Hause oder in der Kita noch Kinderlieder zu hören bekommen, kennen oft das Lied Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald, dessen Text von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798–1874) stammt, dem Dichter des Deutschlandliedes:

Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald.
Lasset uns singen, tanzen und springen.
Frühling, Frühling wird es nun bald.
  Kuckuck, Kuckuck läßt nicht sein Schrei’n:
Komm in die Felder, Wiesen und Wälder.
Frühling, Frühling, stelle Dich ein.
  Kuckuck, Kuckuck, trefflicher Held.
Was Du gesungen, ist Dir gelungen.
Winter, Winter räumet das Feld.

Literatur: Verweise:

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