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Weberknechte · Opiliones
Gattungen & Arten:  Phalangium Phalangium spec.

Die "Weberknechte" (Opiliones) sind, anders als gemeinhin angenommen, keine Spinnen: Sie gehören nicht zu den "Webspinnen" (Araneae), sondern bilden neben diesen, den Milben und Skorpionen und weiteren Gruppen eine eigene taxonomische Ordnung. Eine Verwechslung der "Schuster" bzw. "Kanker" mit Spinnen liegt durchaus nahe, wenn man den kompakten Körperbau und die dünnen und langen Beine bedenkt; bei genauem Hinsehen aber fallen deutliche Unterschiede auf:

Daß das Auge des Laien so genau nicht hinschaut, zeigt sich auch im Fehlen von Trivialnamen für die vielen Gattungen und Arten der Opiliones: Wörter wie Schneider, Schneidergeist, Schuster, Kanker, Opa Langbein oder Zimmermann bezeichnen meist die gesamte Ordnung der Weberknechte, seltener nur eine ihrer Familien, sie sind nur regional gebräuchlich und werden teilweise auch für Spinnen – vor allem Zitterspinnen (Pholcidae) – oder für Schnaken (etwa Nephrotoma oder Tipula spec.) verwendet. Im Englischen ist die Situation mit Wörtern wie harvestman, harvester oder daddy longlegs ähnlich.

Die Evolution der weltweit verbreiteten "Weberknechte" läßt sich anhand von Fossilfunden bis 400 Millionen Jahre zurückverfolgen. Ihre Artenzahl kann nur geschätzt werden, bekannt sind ca. 6.600 Spezies, es könnten aber über 10.000 sein. Unklar ist auch noch die Stellung vieler Familien und Gattungen zueinander: Basierend auf Untersuchungen der Genitalmerkmale verschiedener Arten wurde die Ordnung Opiliones in zwei, drei oder vier Unterordnungen unterteilt, denen verschiedene Familien zugeordnet wurden. Es wird wohl noch geraume Zeit dauern, bis das Genom so vieler Arten untersucht und verglichen werden konnte, daß die taxonomischen Hauptfragen geklärt sind. Die beiden folgenden Klassifikationsmodelle zeigen den Diskussionsstand:

Auszug aus der Klassifikation der Weberknechte (Chelicerata > Opiliones), Variante 1:

Eine andere Klassifikation nimmt an, daß sich die Opiliones in ihrer Frühzeit in die Phalangida und die ursprünglichen Cyphophthalmi aufspalteten. Während sich letztere in die heutigen (eigentlichen) Cyphophthalmi und die später ausgestorbenen Tetrophthalmi diversifizierten, spalteten sich die Phalangida in die Laniatores und die Palpatores und letztere schließlich in die Dyspnoi und Eupnoi.

Auszug aus der Klassifikation der Weberknechte (Chelicerata > Opiliones), Variante 2:

Diese Auflistung der Weberknechte ist ebenso wie die der Webspinnen sehr unvollständig, sie konzentriert sich auf taxonomische Familien, die in Europa nachgewiesen wurden.
    Die Berechtigung bzw. Zuordnung einiger Taxa (Unterordnungen, Familien, Gattungen) ist unter Fachleuten noch strittig bzw. "im Fluß"; für den Naturfreund und -schützer sind solche Probleme allerdings nur von Interesse, wenn sie die Artbestimmung behindern.

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