Insekten beobachten
Das Beobachten von Insekten ist nicht nur für den Biologen (Entomologen) und Verhaltensforscher von großem wissenschaftlichen Interesse, sondern auch für den Laien eine faszinierende Freizeitbeschäftigung. Angesichts der riesigen Zahl kaum oder gänzlich unerforschter Insektenarten können sachkundige Laien sogar wichtige Beiträge für die Insektenforschung leisten, etwa bei der Klärung von Räuber-Beute- oder Parasit-Wirt-Beziehungen. Eine Grundausrüstung ist für den angehenden Insektenforscher unerläßlich:
Becherlupen:
Wer ein Insekt gleich am Fundort bestimmen möchte, muß es zuerst fangen. Um es genau betrachten zu können, ohne es zu töten, befördert man es aus dem Kescher in eine Becherlupe. Die mittlere gestattet dies mit zweifacher und vierfacher Vergrößerung; der rechte Becher für Kinder hat eine zweite, verschiebbare Lupe auf der flachen Seite.
Bezugsadressen v.l.n.r.: |
|
 |
Volker Fockenberg
Heimersfeld 77
46244 Kirchhellen
Tel.: 02045/8422
|
und: |
|
Firma SCHWEGLER
Heinkelstraße 35
73614 Schorndorf
Tel.: 07181/97745-0 |
|
Verlag an der Ruhr
Alexanderstraße 54
45472 Mühlheim/Ruhr
Tel.: 0208/495040 |
|
Coppenrath Verlag
Hafenweg 30
48155 Münster
info@coppenrath.de |
- Wer ein erstes Interesse an einer Insektengruppe verspürt, sollte sich zunächst in insektenkundlicher Literatur orientieren, die die im Internet verfügbaren Informationen vertieft und ergänzt. Während der Lektüre entscheidet dann sich schnell, ob weitere Ausrüstung her muß:
- Um ein Insekt sicher anhand von Literatur bestimmen zu können, muß man es meist fangen; besonders schonend läßt sich das mit einem feinmaschigen Insektennetz bewerkstelligen, aus dem sich das gefangene Kerbtier leicht in z. B. ein Glas befördern läßt.
- Da Insekten in der Regel sehr klein sind, bedarf es zudem im Feld einer Lupe, um die für eine Artbestimmung wichtigen Unterscheidungsmerkmale erkennen zu können. Winzige Strukturen, etwa die Cerci, Genitalien oder Flügeläderung, lassen sich nur mit einem Profimikroskop mit bis zu 100facher Vergrößerung genau erkennen und zur Artbestimmung heranziehen.
Eine besonders für unterwegs interessante Kombination aus Transportglas und Lupe stellt die Becherlupe (oben) dar, in der die eingeschlossenen Insekten genau dort sitzen oder krabbeln, wo die im Deckel (oder im seitlichen Schieber) eingelassene Lupe scharf abbildet.
- Zwar trägt das Sammeln, Töten und Archivieren einzelner Exemplare durch den Entomologen keineswegs zur Ausrottung einer Art bei, doch sollte man als Laie nur im "Notfall" eine Insekt töten: nämlich dann, wenn die Gattung mit Sicherheit nicht geschützt ist, wenn das Insekt den Transport zu einem Fachmann ohnehin nicht überleben würde und wenn seine genaue Bestimmung durch ihn (sie) und der Nachweis der (Unter-)Art für die jeweilige Gegend wissenschaftlichen Nutzen bringen würden. Ohne äußere Verletzung läßt sich ein Insekt im Glas mit ein paar Tropfen einer Essigäther-Chloroform-Lösung in etwas Watte töten. Professionell archiviert werden Insekten in Sammlungskästen und mit speziellen Insektennadeln aus nicht rostendem V2A-Stahl, die in den mittleren Abschnitt des Thorax (das Mesonotum) gesteckt werden.
Für die Auswertung eines Fangs ist übrigens wichtig, daß der Spezialist präzise über diesen informiert wird:
- Fundort: Entfernung zu einer bekannten Stelle (Gebäude, Brücke, Straße, Baum etc.), Biotoptyp (Unterholz, Waldrand, Bachufer, Wiese, Moor etc.), Pflanze (Totholz, Wurzelbereich, Stengel, Blatt, Blüte);
- Fundzeit: Datum und Uhrzeit;
- genaue Umstände (Blütenbesuch, Sonnenbaden, im Fluge etc.).
- Ist das Sammeln und Töten nicht "zwingend" erforderlich oder lehnt man das Töten auch eines Insekts grundsätzlich ab, so bleibt nur die Fotosafari, die für viele Naturfreunde eine durchaus sportliche, aber aufgrund der erforderlichen Makro-Ausrüstung auch teure Herausforderung darstellt. Da sich viele Insekten der Portraitierung leicht durch Flucht entziehen können, ist mindestens ein 100-mm-Makro-Objektiv nötig, am besten in Kombination mit Autofokus und Ringblitz. Auch für die Insektenfotografie gelten natürlich Verhaltensregeln des verantwortungsbewußten Naturfotografen.
Ansiedeln von Insekten
Wer die Objekte seiner Neugier nicht in der (noch halbwegs intakten) Natur mühsam suchen möchte, der kann sie auch zu sich nach Hause kommen lassen, d. h. im eigenen Garten oder auf dem Balkon ansiedeln:
- Hummeln sind soziale Bienen und lassen sich daher ebenso wie die domestizierte Honigbiene in Nistkästen ansiedeln und beoabachten. Bis auf die Baumhummel sind alle Arten friedlich.
- Einzeln lebende "Solitärbienen" lassen sich sogar auf dem Balkon in Holzblöcken ansiedeln, in die mit der Bohrmaschine Gänge von 8, 6, 5 und 3 mm Durchmesser gebohrt wurden.
- Dasselbe gilt für die vielen nützlichen Solitärwespenarten, die Bohrlöcher von ca. 3 und 5 mm benötigen, aber statt Blütenpollen Beutetiere eintragen.
- Auch die Ansiedlung sozialer Wespenarten, vor allem der Hornisse, ist hochinteressant und stellt einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz dar.
- Weitere Nistmöglichkeiten finden Bienen, Wespen und viele andere Insektenarten in Pflanzenstengeln und Blättern, an Steinen und im Boden also in einem Naturgarten, der überdies die Nahrungspflanzen bieten kann, die die heimischen Insekten etwa die vielen Schmetterlingsarten zum Überleben brauchen.
Gegenüber Exkursionen in der "freien Natur" bietet der eigene Garten oder Balkon den unschätzbaren Vorteil, auch dem berufstätigen Naturfreund längere und bequemere Beobachtungen und neben Momentaufnahmen auch geplante und systematische fotografische Verhaltensstudien zu ermöglichen: Eine Kamera mit Makroobjektiv, vor einem Insektennistholz auf ein stabiles Stativ montiert, ein Gartenstuhl und ein Glas Wasser sind die nötigen Requisiten ...
Nähere Angaben zu Nisthilfen vor allem für Bienen und Wespen finden sich in den jeweiligen Rubriken.
Hinweis für Besitzer eines HD-Monitors: Bei waagerechten Auflösungen über 1280 Pixel ist rechts von diesem Fenster ein weiteres Fenster zu sehen =>
Falls am linken Bildschirm-Rand keine Verweisleiste zu sehen ist, klicken Sie bitte auf
, um den gesamten Frameset anzuzeigen.