Nematocera > Tipulidae – Schnaken

Auszug aus der Klassifikation der Mücken:

  • Ordnung Diptera Linnaeus 1758 ("Zweiflügler")
    • Unterordnung Nematocera Latreille 1825 ("Mücken")
      • Teilordnung Tipulomorpha
        • Familie Cylindrotomidae Schiner 1863 ("Moosmücken")
        • Familie Limoniidae Speiser 1909 ("Stelzmücken")
        • Familie Tipulidae Latreille 1802 ("Schnaken")
          • Unterfamilie Ctenophorinae Kertézs 1902
          • Unterfamilie Dolichopezinae Podenas & Poinar 2001
          • Unterfamilie Tipulinae Latreille 1802
            • Gattung Acracantha Skuse 1890
            • Gattung Nephrotoma Meigen 1803
            • Gattung Tipula Linnaeus 1758
            • etc.

Familie Tipulidae Latreille 1802 · Unterfamilie Tipulidae Latreille 1802  ·  ·

Die Arten und Gattungen der Familie Tipulidae werden in der Teilordnung Tipulomorpha bzw. Überfamilie Tipuloidea zusammengefaßt und üblicherweise den Nematocera ("Mücken") als Unterordnung der Diptera ("Zweiflügler") zugeordnet. Unter Taxonomen scheint noch Unsicherheit hinsichtlich ihrer Verwandtschaft zu bestehen, Laien tun sich mit diesen großen Insekten erst recht schwer, wie auch die vielen regional verschiedenen Trivialnamen zeigen: neben "Schnaken" u. a. "Hexen", "Schneider", "Schuster" etc. Die beiden letztgenannten Bezeichnungen sind umgangssprachlich auch für die Weberknechte gebräuchlich: harmlose Spinnentiere der Ordnung Opiliones, die u. a. Schuppen und Keller bewohnen.

Charakteristisch für Schnaken (Tipulidae) sind ihre Größe und ihre außerordentlich langen Beine. Durch ihre Körpermasse sind sie eine wichtige Nahrung für viele Tiergruppen: Spinnen, räberische Insekten, Fische, Amphibien und Reptilien, Vögel und Säuger wie Maulwürfe, Sitzmäuse und Fledermäuse. Selbst sind sie völlig harmlos, die Imagines saugen, anders als Stechmücken (Culicidae), kein Blut, sondern nur Nektar und andere freiliegende Pflanzensäfte sowie Wasser. Das kann allerdings gelegentliche Panikattacken vor allen unter naturentfremdeten Stadtmenschen nicht verhindern – der spitze Hinterleib der Weibchen sieht schließlich verdächtig nach einem gefährlichen Stechwerkzeug aus.
    Seinen Legebohrer im Hinterleib kann das Weibchen allerdings in feuchte Böden drücken, um z. B. in Wiesen oder Gewässerschlamm seine Eier abzulegen. Die meist grauen bis graubraunen, walzenförmigen Larven ernähren sich von Detritus, Wurzeln und auch oberirdischen Pflanzenteilen und einige Arten sogar räuberisch. In Monokulture, also in Äckern und Wiesen, können sich manche Arten so massenhaft vermehren, daß die Larven sichtbare Schäden verursachen und Landwirte Schnaken als Kulturschädlinge betrachten. Auf die massenhaft Anwesenheit von Schnakenlarven machen auch Stare aufmerksam, wenn sie über eine Wiese stolzieren und mit ihren Schnäbeln immer wieder in den Boden stechen.

Weltweit sind etwa 4.000 Schnakenarten (Tipulidae) bekannt, davon ca. 140 in Deutschland. Sie sind die größten Mücken (Nematocera), die Imagines der in den gemäßigten Breiten Europas vorkommenden Riesenschnake (Tipula maxima) erreichen fast 40 mm Körperlänge (KL) und mehr als 50 mm (bis zu 65 mm) Flügelspannweiten.

Tipula paludosa
Gemeine Wiesenschnake (Tipula paludosa) · Solingen, Ohligser Heide, 22.08.2009


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