Gefährlichkeit (?)

Die von Wespengift ausgehende Gefahr wird üblicherweise maßlos übertrieben: Das Gift der Bienen, die uns als Honiglieferanten ja viel sympathischer sind, aber beim Stich ihren Stachel verlieren, ist ungefähr zehnmal so wirksam wie das der Wespen. Auch mehrere Stiche bedeuten normalerweise keine ernste Gefahr. Hilfreich nach einem Stich sind spezielle Insektencremes und Kühlen mit Eis. Gefährlich, ja lebensbedrohend wird ein Wespenstich nur unter zwei Umständen:

  1. Der Stich einer verschluckten Wespe (oder Biene) in die Speiseröhre kann diese so sehr anschwellen lassen, daß eine Atmung kaum noch möglich ist. Panik, in die vor allem Kinder geraten, verschlimmert den Zustand noch. In einem solchen Fall ist ärztliche Hilfe dringend geboten, ein Eiswürfel oder Speiseeis kann die Schwellung bis zum Eintreffen in der Arztpraxis oder im Krankenhaus in Grenzen halten.
  2. Gefährdet ist potentiell auch die wachsende Zahl der Allergiker, da das Gift auch eine große Menge Histamin enthält: Wer auf Wespengift tatsächlich allergisch reagiert (Atemnot, Schweißausbruch, Schwindelgefühl), sollte zur Sicherheit stets ein Notfallmedikament bei sich haben: Das Bewußtsein, durch ein solches Medikament geschützt zu sein, hilft dem Allergiker gegen Panik, die seine Atemnot nur verschlimmern würde.

Richtiges Verhalten: Gefährlich sind Wespen wie die meisten Tiere nur dann, wenn sie sich angegriffen fühlen. Dies kann der Fall sein, wenn

Man sollte sich also möglichst ruhig verhalten und nur langsam bewegen, wenn Wespen um den Kaffeetisch schwirren, die Insekten nicht durch wildes Umsichschlagen provozieren und darauf achten, daß keine Wespe in ein Getränkeglas fällt oder auf der Kuchengabel sitzen bleibt und so in den Mund gelangt. Geschickt ist es, den Tieren abseits vom Kaffeetisch eine alternative Nahrungsquelle zu bieten, etwa einen flachen Teller mit einem zuckerhaltigen Getränk oder etwas Fleischwurst.

Nester: Manche Menschen betrachten es geradezu als ihre Pflicht, ein Wespennest in ihrem Garten oder an oder in ihrer Wohnung zu entfernen, und oft genug ist es eher eine Art von "Ordnungssinn" als eine wirkliche Gefährdung, die sie dazu veranlaßt. Die Entfernung eines Wespennestes bedeutet in der Regel seine Zerstörung, nur ein Fachmann im Schutzanzug kann ein Nest erfolgreich umsiedeln, was durchaus aufwendig ist. Eine Zerstörung ist aber nur dann zu rechtfertigen, wenn die Begehung des unmittelbaren Nestbereiches unumgänglich ist, und sie sollte ebenfalls von einem Fachmann vorgenommen werden.
Ein Hornissennest darf auf keinen Fall zerstört werden: Wenn es objektiv eine Gefährdung z. B. für Kinder darstellt oder selbst z. B. durch Baumaßnahmen gefährdet ist, sollte man unbedingt über einen Naturschutzverein oder die örtliche Umweltbehörde einen Fachmann anfordern, der diese gefährdeten Tiere fachgerecht in eine neue Nisthöhle umsiedeln kann.


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