Rundkopfzikaden > Singzikaden (Cicadidae)

Auszug aus der Klassifikation der Schnabelkerfe in der Klasse der Insekten:

  • Ordnung Hemiptera Linnaeus 1758 ("Schnabelkerfe")
    • Unterordnung Archaeorrhyncha = Fulgoromorpha Evans 1946 ("Spitzkopfzikaden")
    • Unterordnung Clypeorrhyncha = Cicadomorpha Evans 1946 ("Rundkopfzikaden")
      • Familie Aetalonidae Spinola 1850 ("Falsche Buckelzikaden")
      • Familie Aphrophoridae Amyot & Serville 1843 ("Schaumzikaden")
      • Familie Cercopidae Leach 1815 ("Blutzikaden")
      • Familie Cicadellidae Latreille 1825 ("Zwergzikaden")
      • Familie Cicadidae Latreille 1802 ("Singzikaden")
        • Gattung Cicada Linnaeus 1758
        • Gattung Cicadatra Kolenati 1857
        • Gattung Cicadetta Kolenati 1857
        • Gattung Lyristes Horváth 1926
        • Gattung Oligoglena Horváth 1912
        • Gattung Tettigettula Puissant 2010
        • Gattung Tibicina Kolenati 1857
        • etc.
      • Familie Clastopteridae Dohrn 1859 ("Schildzikaden")
      • Familie Machaerotidae Stâl 1866 ("Röhrenzikaden")
      • Familie Melizoderidae Deitz & Dietrich 1993 ("Helmzikaden")
      • Familie Membracidae Rafinesque 1815 ("Buckelzikaden")
      • Familie Myerslopiidae Evans 1957 ("Mooszikaden")
      • Familie Tettigarctidae Distant 1905 ("Pelzsingzikaden")
    • Unterordnung Coleorrhyncha Myers & China 1929 ("Scheidenschnäbler")
    • Unterordnung Heteroptera Latreille 1810 ("Wanzen") Nach außerhalb dieser Sektion
    • Unterordnung Sternorrhyncha Amyot & Serville 1843 ("Pflanzenläuse")

Familie: Cicadidae Latreille 1802 – "Singzikaden"  · 

Ihren artspezifisch unterschiedlichen Gesang erzeugen Singzikaden im oberen Frequenzbereich des menschlichen Ohrs, er ist deshalb für die meisten Menschen hörbar. Die Gesänge kann man mit dem Stridulieren der Heuschrecken und Grillen leicht verwechseln, werden aber anders erzeugt: Letztere reiben zwei Körperteile aneinander, meist Flügeladern oder Beinkanten; die Singzikaden-Männchen hingegen besitzen an der Abdomen-Basis beidseitig sogenannte Tymbalorgane mit Schallmembranen ("Schallplatten"), die durch rhythmische Muskelkontraktionen in Schwingungen versetzt werden und so einen Ton erzeugen. Der Gesang hat zwei Funktionen: Weibchen anzulocken und Reviergrenzen zu markieren. Das laute Singen kann zwar die Nachtruhe empfindlicher Menschen (nicht zuletzt Urlauber) stören; ansonsten aber sind Singzikaden für den Menschen und seine Landwirtschaft harmlos.

In südlichen Breiten leben größere Singzikaden als hierzulande, die südostasiatische Kaiserzikade (Pomponia imperatoria) erreicht gar 7 cm KL. Das muß allerdings nicht heißen, daß man solche Arten schneller entdeckt: Durch ihre Anpassung an den Untergrund (Mimese) in Form und Farbe sind sie gut getarnt. Singzikaden – von denen es an die 4.000 Arten gibt – machen allerdings durch ihren andauernden Gesang auf sich aufmerksam.

Legendär unter ihnen sind jene 9 Arten, die sich in einem genetisch fixierten Zyklus fortpflanzen; sieben dieser "periodischen Zikaden" leben in den USA und gehören zur Gattung Magicicada: Ihre Entwicklung im Boden nimmt in den südöstlichen Bundesstaaten 13 Jahre in Anspruch, in den nordöstlichen gar 17 Jahre, dann kommen alle Individuen synchron an die Erdoberfläche, um sich zu häuten und so ihre kurze, aber laute Imaginalphase zu erreichen. Alle 221 Jahre schlüpfen zwei Bruten (= alle Artgenossen eines Lebenszyklus) gleichzeitig; zuletzt geschah das 2024.
  Zikade in Georgia
Diese Singzikade (Exuvie) wurde 1993 in Georgia/USA fotografiert, wo die schwülen Sommernächte von ihrem Gesang erfüllt waren.  

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