Die Familie Tineidae umfaßt weit über 3.000 Arten, die in mehr als 300 Gattungen aufgeteilt werden. Die Flügel werden in Ruhestellung dachartig auf den Körper gelegt, die meisten Arten sind klein bis mittelgroß. Neben der Bezeichnung "Echte Motten" verweist der Name "Pilzmotten" (in Anlehnung an das englische fungus moths) auf die für Schmetterlinge ungwöhnliche Ernährung der Raupen: Die allermeisten Arten fressen keine lebenden Pflanzen, sondern Pilze, Flechten und pflanzliche wie tierische Abfälle.
Unterfamilie Tineinae
Die Familie der Echten bzw. "Pilz-Motten" (Tineidae) wird derzeit in 16 Unterfamilien unterteilt, u. a. Tineinae. Diese umfaßt 39 Gattungen; eine von diesen ist Tinea, die "Typusgattung". In einer anderen, Tineola, findet sich die berüchtigte Kleidermotte, Tineola bisselliella: ein 6–7 mm langer Falter mit einer FSW von 9–16 mm, dessen Raupen große Schäden anrichten können und auch an Nahrungsmitteln nagen. (Möglichkeiten der Bekämpfung
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Gattung Tineola Herrich-Schäffer 1853
Tineola bisselliella (Hummel 1823) – "Kleidermotte"
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| Kleidermotte (Tineola bisselliella) · Solingen, 25.12.2025 ↑ & 17.01.2026 ↓ |
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| Kleidermotten-Raupen (Tineola bisselliella), ca. 7 mm lang · Solingen, 31.05.2026 |
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Bekämpfung der Kleidermotte
Schädlich ist nicht die Imago, d. h. die flugfähige Motte, die aus einer Puppe geschlüpft ist, sondern die winzige Raupe, also das Entwicklungsstadium zwischen Ei und Puppe. Erkennbar ist sie unter der Lupe an der für Schmetterlingsraupen typischen gut abgesetzten Kopfkapsel (siehe oben).
Kleidermottenraupen fressen alle Arten wollener Stoffe, Wolle in Mischgeweben, Pelze, Wollteppiche, wollene Dämm-Materialien. Auch Hautschuppen sind Mottennahrung. In Teppichen entwickeln sich Mottenraupen vor allem an Stellen, die nicht betreten werden, z. B. unter Möbeln.
Die sicherste Maßnahme zur Vermeidung von Fraßschäden wäre der Verzicht auf das Naturprodukt Wolle – aber wer will das? Also muß man andere Bekämpfungsarten erwägen:
- Vorbeugend lassen sich Schränke (Fächer und Schubläden) mit Zedern-, Zirbelkiefer- oder Niembaumholz-Stücken oder Lavendel (in Stoffsäckchen) schützen, deren ätherische Öle Motten fernhalten. "Mottenpapiere" hingegen enthalten ein Nervengift (z. B. Transfluthrin) enthalten, das Motten töten, für Menschen aber ungefährlich sein soll (allerdings Augen und Haut reizen kann). Da die Wirkung nicht lange anhält, sind die Papiere regelmäßig zu ersetzen.
- Schon bei Verdacht auf Mottenbefall empfiehlt sich regelmäßiges Absaugen der Teppiche (Ober- & Unterseiten) und der Schränke, dort vor allem die Ecken und Ritzen. Staubsaugerbeutel sollten oft entsorgt oder für Tage in ein Gefrierfach gelegt werden.
- Ist Kleidung befallen, erscheint Waschen als naheliegende sofortige Gegenmaßnahme, vor allem in heißem Wasser, das die Mottenbrut abtöten würde. Wollkleidung verfilzt jedoch in warmem Wasser, besser ist deshalb ein längerer Aufenthalt im Gefrierfach.
- Motten, die im Zimmer fliegen oder auf Wollteppichen oder -kleidung sitzen, fressen zwar nicht, produzieren aber weiteren, gefräßigen Nachwuchs, wenn sie sich fortpflanzen. Verhindern (zumindest eindämmen) läßt sich dies mit – etwa in Drogeriemärkten erhältlichen – Fallen, die mit Lockstoffen (Pheromonen) bis zu drei Monate lang Motten-Männchen anlocken und an ihren klebrigen Innenflächen festkleben lassen.
Mit solchen Fallen läßt sich ein Befall nachweisen, eine ganze Population aber kaum auslöschen; schlimmstenfalls könnte man so Motten-Männchen von außen ins Haus locken.
- Eine völlig ungiftige, biologischen Bekämpfung ermöglicht ein natürlicher Gegenspieler: die Schlupfwespenart Trichogramma evanescens. Dieser winzige (kaum 0,4 mm große) Parasit legt seine Eier auf den Motteneiern ab, die dann von den Wespenlarven gefressen werden. Anstelle der Mottenlarven schlüpft die nächste Schlupfwespen-Generation, die wieder Motteneier vertilgt.
Angeboten wird der Nützling auf Papierkärtchen mit ca. 3000 Schlupfwespen-Eiern. Die Kärtchen sollten an "neuralgischen Punkten" (in Regalfächern, Schubläden etc.) ausgelegt werden – sicherheitshalber mehrmals hintereinander in dreiwöchigen Abständen, um keine weiteren Entwicklungszyklen der Kleidermotten zu ermöglichen.
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