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Blindschleiche · Anguis fragilis

Blindschleiche (Anguis fragilis)
Unsere Blindschleiche (Anguis fragilis)

Artname: Anguis fragilis (Linnaeus 1758)
Deutsch: Blindschleiche
Merkmale: 35–45 cm, selten bis 50 cm lange beinlose schlanke Schleiche mit kaum abgesetztem Kopf und stumpfem Schwanz. Die glatten glänzenden Schuppen sind auf der Oberseite bräunlich oder gräulich bis kupferfarbig (manchmal mit feiner dunkler Längslinie und Flecken), auf der Unterseite beim Männchen gelblich oder grau-gelb gemustert, beim Weibchen grau bis schwarz.
Verbreitung: Europa außer Mittel- und Südspanien, Irland, Nordschweden und -norwegen und der Krim.
Lebensraum: Mäßig feuchte Biotope mit viel bodennaher Vegetation, etwa in unterholzreichen Laubwäldern, Mooren, Wiesen, Parks. In den Mittelgebirgen bis 1000 m, in den Alpen bis 2400 m.
Nahrung: vor allem Nacktschnecken und Würmer, auch Asseln, Spinnen, Steinläufer, langsame Insekten und Larven.
Lebensweise: Für Echsen recht langsam und zudem schlecht sehend, muß sich die Blindschleiche auf ähnlich langsame Beutetiere konzentrieren, die sie durch Züngeln wahrnimmt. Aktiv morgens, abends und nach warmen Regengüssen. Erst mit 4 Jahren geschlechtsreif, wird sie bis 30 (!) Jahre alt. Die Fortpflanzung ist ovovivipar, d. h. die 5–26, meist 8–12 Jungen entwickeln sich in ihren Eiern vor negativen Klimafaktoren und Beutegreifern geschützt 11–13 Wochen lang im Mutterleib. Winterruhe bis März/April in (manchmal selbst gegrabenen) Erdhöhlen, oft zusammen mit Dutzenden von Artgenossen und sogar mit Salamandern, Bergeidechsen und Kreuzottern.

Die Blindschleiche ist, wie mittlerweile allgemein bekannt, keine Schlange, sondern eine Schleiche, die von vierbeinigen Eidechsen abstammt:

Die Blindschleiche ist ovovivipar: Sie produziert zwar Eier, aus diesen schlüpfen aber noch um Leib des Weibchens oder unmittelbar nach der Geburt die 5–15 bereits 70–90 mm langen Jungtiere. Dieses Lebendgebären ist wie bei der Bergeidechse eine Anpassung an ihre schattigen und oftmals kühlen Habitate, außerdem ist der Nachwuchs so länger vor den nicht wenigen Beutegreifern geschützt: Die Jungtiere werden von Spitzmäusen, Kröten und Drosseln erbeutet, die Alttiere zusätzlich von Igeln, Mardern, Füchsen, Schweinen, Schlangen, Störchen, Reihern, Raben- und Greifvögeln und von Hühnern.

Blindschleiche (Anguis fragilis)   Blindschleiche (Anguis fragilis)
Blindschleiche (Anguis fragilis), Portrait   neben dem Komposthaufen · Solingen, 23.08.2008

Blindschleiche (Anguis fragilis)   Blindschleiche (Anguis fragilis)
Blindschleichen sind ungefährlich, verletzlich ...   ... und nicht wehrhaft · Solingen, 23.08.2008

Blindschleiche (Anguis fragilis)   Blindschleiche (Anguis fragilis)
Blindschleiche (A. fragilis) ohne Schwanzspitze   Anguis fragilis, hell · Wuppertal, 12.05.2011

Anguis fragilis
Unter einem Tor schlafende Blindschleiche (Anguis fragilis) · Solingen, Ohligser Heide, 22.08.2015

Schutzmaßnahmen:
Auch wenn es unsinnig ist, von "nützlichen" oder "unnützen" Geschöpfen zu sprechen, so weiß doch mancher Hobbygärtner die "Dienste" der Blindschleiche beim Verzehr der ungeliebten Nacktschnecken sehr zu schätzen. Alles, was eine Blindschleiche braucht, ist ein Natur- bzw. Biogarten mit Verstecken – etwa unter Baumwurzeln oder Reisighaufen – und möglichst einem ungefährdeten Zugang zum Wald oder einer Wiese.

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