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Smaragdeidechse · Lacerta viridis + L. bilineata

Smaragdeidechse
Smaragdeidechse (L. viridis) Weibchen · Juli 2010, Kaiserstuhl · Foto: Gabriele Friedrichs

Artnamen: Lacerta viridis (Laurenti, 1768) & Lacerta bilineata Daudin 1802
Deutsch: Östliche & Westliche Smaragdeidechse
Merkmale: 30 bis gut 40 cm lange, kräftig gebaute Echse: Rücken gün, mit dunklen Pünktchen fein übersät, die ihm einen mehr oder weniger kräftigen schmutzigbraunen Hauch geben; Flanken hellgrün; Unterkopf meist blau, beim Weibchen eher gelb; Bauchseite weißlich, grünlich oder gelblich. Männchen zeichnen sich tendenziell durch einen kräftigeren Kopf und kräftigere Kehlfärbung aus, Weibchen durch in Längsbändern angeordnete dunkle Flecken und helle Längslinien auf dem Rücken. Die Jungeidechsen sind meist einfarbig (oliv)bräunlich.
Verbreitung: L. bilineata: Normandie bis Nordspanien und Sizilien, in Deutschland in sehr kleinen Populationen an Mittelrhein und Mosel; L. viridis: ganz Südosteuropa bis Südrußland, Griechenland und Türkei; in Deutschland nur inselartig in Brandenburg, bei Passau und am Kaiserstuhl.
Lebensraum: Warme und relativ feuchte Biotope bis 2000 m.
Nahrung: Große Insekten, Spinnen, Asseln, Schnecken, Reptilien- & Vogeleier, Junge anderer Eidechsenarten und kleiner Säugetiere, Beeren.
Lebensweise: Die Art erscheint ab März oder April aus ihrem Winterschlaf. Die Vorzugstemperatur liegt bei 32–33° Celsius, die Reviere sind 30–50 m² groß. Männchen und Weibchen benutzen schon vor der Paarung gemeinsame Sonnenplätze und Verstecke. Einem ersten Gelege im Mai/Juni kann in klimatisch begünstigten Gegenden eine zweite Eiablage im Juni/Juli folgen. Aus bis zu 20 Eiern schlüpfen je nach Umgebungstemperatur nach 70–100 (im Durchschnitt nach 80–85) Tagen die Jungtiere, die oft in Gruppen zusammenleben. Die sechsmonatige Winterruhe beginnt meist schon im September.

Die Smaragdeidechse, unsere größte Eidechse, war ursprünglich nur eine Art. Ihre Verbreitung in Mitteleuropa war einst vermutlich mehr oder weniger flächendeckend, ein "Flaschenhals" südlich der Alpen bedingte jedoch eine zunehmende genetische Isolation der westlichen und östlichen Populationen und schließlich die Ausbildung zweier Arten, die heute nur noch bedingt kreuzbar sind; nur noch an der Schnittstelle beider Verbreitungsareale, in Nordostitalien, scheint eine Hybridisierungszone zu existieren. Nördlich der Alpen im deutschsprachigen Raum gibt es seit der letzten Eiszeit nur noch Verbreitungsinseln. Dies sind also die beiden Arten und ihre Verbreitungsareale:

In Deutschland sind beide Arten in ihren kleinen Verbreitungsinseln gefährdet: Menschliche Aktivitäten, nämlich die Intensivierung der Landwirtschaft (Begradigungen, Rodungen von Gehölzinseln, Flurbereinigung), die Verbuschung bzw. Aufforstung halboffener Habitate, der Neu- und Ausbau von Verkehrswegen etc. führen zum Verlust von Lebensräumen und lokalen Aussterben. Auch Klimaänderungen können eine Rolle spielen. Nicht Teil der Gefährdung sind hingegen die diversen Beutegreifer, denen vor allem junge Smaragdeidechen zum Opfer fallen können: Schlangen (etwa die seltene, in den Verbreitungsgebieten der Smaragdeidechse vorkommende Schlingnatter), Greifvögel, Neuntöter, Hühnervögel und Säugetiere: Hauskatzen, Igel, Spitzmäuse, Marderarten, Füchse sowie Marderhund (auch: Enok) und Waschbär, zwei Neubürger aus Amerika.

Lacerta bilineata, M   Lacerta bilineata, M
Lacerta bilineata, jagendes mit seiner typischen leuchtendgelben Unterseite · Bonn, 14.06.2015   Im Botanischen Garten ausgesetzte Smaragdeidechse · Bonn, 14.06.2015
Lacerta bilineata, M   Lacerta bilineata, M
Lacerta bilineata  · Bonn, 14.06.2015   · Bonn, Botanischer Garten, 14.06.2015
Lacerta bilineata, M   Lacerta bilineata, M

Lacerta bilineata, M
Lacerta bilineata  auf einem Steeg im Botanischer Garten · Bonn, 14.06.2015

Lacerta viridis, W
Jagende Smaragdeidechse (Lacerta viridis)  am Waldrand · Kaiserstuhl, Badberg, 02.08.2015

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