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Kammolch · Triturus cristatus

Kammolch (Triturus cristatus)
Kammolch (Triturus cristatus) · W'tal, 12.05.2011

Artname: Triturus cristatus (Laurenti 1768)
Deutsch: Nördlicher Kammolch, selten auch: Großer Wassermolch
Merkmale: groß, mit stark ausgeprägtem Geschlechtsdimorphismus, Schwanz halb so lang wie KRL, Neotenie seltener als bei anderen Arten, Haut körnig bis warzig. M.: bis 16 cm; oberseits & seitlich schwarzbraun mit individueller dunkler Fleckung und weiß gepunktet, Bauch hell- bis orangegelb und dunkel gefleckt, Schwanzunterkante & Kloake dunkel, Zehen schwarz-gelb geringelt, Iris gelb; im Wasser mit hohem, tief gekerbtem Rückenkamm (Name!), davon abgesetzt breitem Schwanzsaum oben & unten und hellblauem Längsband auf dem Schwanz. W.: bis 18 cm, ähnlich gefärbt, Kloake hell, in der aquatischen Phase ohne Kamm, aber mit schmalen Schwanzsäumen. Neotenie ist seltener als bei anderen Molcharten, Albinismus & Flavismus kommen vor.
Verbreitung: Mittel- und Osteuropa: von Mittel- & Nordfrankreich nördlich bis England und Südskandinavien, östlich bis zum Ural und südlich bis Nordösterreich, Rumänien & Ukraine.
Lebensraum: terrestrisch: unspezialisiert, überwiegend Laub- & Mischwälder, Felder, Feuchtwiesen und Gärten; aquatisch: sonnige Teiche & Weiher, Altwasser & Gräben; nicht über 800 m.
Fortpflanzung: ovipar (eierlegend, Metamorphose im Wasser); nach der Winterruhe (die oft am Gewässergrund stattfindet) ca. ab Februar bzw. ab 5°C Wanderung zum Laichgewässer, das keine Unterwasservegetation, aber hohe Wassertemperaturen aufweisen muß; nach einer Regenerierung mit Nahrungsaufnahme und Häutung (inklusive Bildung der Hautsäume) beginnt die Balz.
Aktivitäten: überwiegend aquatisch, dann tagaktiv; terrestrisch: sehr nahe am Gewässer (max. 200 m), dämmerungsaktiv, ortstreu.
Nahrung: Wasserasseln, -flöhe & -schnecken, Egel, Würmer, kleine Fische, Insektenlarven & -puppen vieler Arten, Amphibien-Eier & -larven.


Kammolch (Triturus cristatus)   Kammolch (Triturus cristatus)
Kammolch (Triturus cristatus) auf dem Weg zum Wasser   Triturus cristatus · Wuppertal, 12.05.2011

Kammolch (Triturus cristatus)
Kammolch (Triturus cristatus) im Wasser · Wuppertal, 12.05.2011

Der Kammolch, wie er im Volksmund im allgemeinen genannt wird, ist der größte einheimische Molch und die Art mit dem größten, auffälligsten Hautsaum im männlichen Geschlecht. Sein imposanter Kamm macht die im Vergleich zum Bergmolch etwas geringere Farbigkeit wett. Das Attribut "Nördliche" hat den Zweck, diese Art von anderen, nahe verwandten Arten zu unterscheiden, die lange Zeit als Unterarten des Kammolchs angesehen wurden. Nach aktuellem Forschungsstand gibt es vier Arten:

Große Tiere fressen viel, das gilt auch für den Kammolch, der am Tag an die 90 Mückenlarven fängt, was ihn für mückengeplagte Menschen natürlich sympatisch macht. Seine Larven brauchen für ihre Entwicklung ebenfalls viel Eiweiß: Kaulquappen von 50 mm Länge fressen in 10 Tagen ca. 900 Mückenlarven, 60 mm lange Tiere gar die zehnfache Menge. Wer Mücken bekämpfen will, sollte also Molche fördern.


Kammolch (Triturus cristatus)
Kammolch (Triturus cristatus) auf dem Weg ins Wasser · Wuppertal, 12.05.2011

Der Kammolch profitierte lange von den durch Rodungen entstandenen strukturreichen Lebensräumen und der traditionellen bäuerlichen Landwirtschaft. Seit dem 20. Jahrhundert aber ist er wie alle unsere Amphibien durch Habitatverluste gefährdet. Da er neue (neu angelegte) Gewässer nicht so spontan besiedelt wie andere Arten, ist für ihn die Sicherung eines ausreichend dichten Netzes geeigneter, d. h. sonniger, schadstofffreier Gewässer besonders wichtig.

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